Australien schaltet Jugendliche ab Mitternacht offline – Abschiedsposts fluten die sozialen Netzwerke
Australien schaltet Jugendliche ab Mitternacht offline – Abschiedsposts fluten die sozialen Netzwerke
Kurz vor dem Inkrafttreten eines weltweit beispiellosen Gesetzes verabschiedeten sich zehntausende australische Jugendliche in der Nacht auf Mittwoch ein letztes Mal von ihren Followern. Mit Beginn des Verbots am 10. Dez.2025 dürfen alle unter 16 Jahren keine gängigen Social-Media-Plattformen mehr nutzen – ein drastischer Schritt, der internationale Aufmerksamkeit erzeugt.
Letzte Stunden vor dem Blackout: Abschiedsnachrichten in allen Feeds
In den Stunden vor der Sperre (Dienstag, 13:00 GMT) überschwemmten „Goodbye“-Posts TikTok, Instagram, Reddit und andere Plattformen. Teenager – begleitet von vielen jungen Erwachsenen – drückten Enttäuschung, Humor und Wehmut aus.
Der 29-jährige TikTok-Creator Josh Partington aus Melbourne, der mehr als 75.000 Follower hat, schrieb lediglich:
„Ich werde euch vermissen.“
„Ich werde euch vermissen.“
Regierung ordnet Sperren an – Plattformen müssen Millionen Nutzende blockieren
Australien verpflichtet zehn große Social-Media-Anbieter – darunter TikTok, YouTube, Facebook und Instagram –, sämtliche Nutzer unter 16 Jahren auszusperren oder extrem hohe Strafzahlungen zu riskieren.
Laut Regierungsangaben wurden allein bei TikTok bereits rund 200.000 Accounts deaktiviert, weitere „mehrere hunderttausend“ sollen in den nächsten Tagen folgen. Insgesamt betrifft das Gesetz etwa eine Million Minderjährige.
Der Schritt gilt als weltweit erster seiner Art. Hintergrund ist die wachsende Sorge über Cybermobbing, mentale Gesundheit, algorithmische Abhängigkeit sowie den unkontrollierten Zugang Minderjähriger zu problematischen Inhalten.
Trauer, Wut und Verzweiflung – Jugendliche fühlen sich ausgeschlossen
Viele junge Australierinnen und Australier reagierten schockiert. Für viele, die mit Social Media aufgewachsen sind, fühlt sich die plötzliche Offline-Pflicht wie ein abrupter Identitätsverlust an.
Ein 13-Jähriger schrieb auf Reddit:
„Ich bin Autist und habe keine Freunde. Meine 1.400-Songs-Playlist auf YouTube wird gelöscht, mein Reddit-Account auch. Ich werde drei Jahre lang völlig allein sein.“
„Ich bin Autist und habe keine Freunde. Meine 1.400-Songs-Playlist auf YouTube wird gelöscht, mein Reddit-Account auch. Ich werde drei Jahre lang völlig allein sein.“
Andere verabschiedeten sich mit Memes, Highlight-Videos und Countdowns, die mit Adeles „Skyfall“ unterlegt waren – inklusive der Zeile: „This is the end.“
Wieder andere wechselten auf alternative Plattformen wie Yope, Lemon8 oder Coverstar, die derzeit nicht vom Gesetz erfasst sind.
Politischer Backlash: Premierminister Albanese verliert Tausende Follower
Viele Jugendliche machten ihrer Wut gegen Premierminister Anthony Albanese Luft. Seit Dienstag verlor er bereits über 6.000 Follower. Kommentare unter seinen TikTok-Posts werden zunehmend politisch:
„Warte, bis wir alt genug zum Wählen sind.“
Nicht alle jungen Nutzer lehnen das Verbot ab
Ein Teil der Jugendlichen begrüßt die Entscheidung jedoch. Ein TikTok-Kommentar, der viral ging, bringt es auf den Punkt:
„Ehrlich gesagt ist das Social-Media-Verbot wahrscheinlich das Beste für uns. Wir hängen viel zu lange vor Bildschirmen.“
Hintergrund: Warum Australien diesen drastischen Schritt geht
Recherchen zeigen:
- Die Zahl der Fälle von Cybermobbing unter Jugendlichen ist in den letzten fünf Jahren stark angestiegen.
- Untersuchungen des eSafety Commissioner belegen, dass algorithmische Feeds insbesondere bei Mädchen depressive Symptome verstärken.
- Mehrere Untersuchungen hatten wachsende radikalisierende Inhalte auf TikTok und YouTube für Minderjährige dokumentiert.
Die Regierung argumentiert daher, die Maßnahme sei notwendig, um Jugendliche „vor massiven, systemischen Risiken“ zu schützen.
Oppositionelle, Digitalforscher und Bürgerrechtsgruppen werfen der Regierung jedoch „Überregulierung“ und „Entmündigung“ vor. Kritiker warnen, dass Jugendliche damit in unregulierte Schattenplattformen abgedrängt werden könnten – ein Problem, das bereits in mehreren Bundesstaaten sichtbar wird.
Was denken Sie über das socdiesen artikel oben unter den social ial media Verbot für Kinder und Jugendliche, ist das richtig oder falsch?
Teilen sie media Links und schreiben sie ihre meinung dazu!
Autor: MF-Redaktion
Quelle: REUTERS
Bild KI erstellt!
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