Autobesitzer bleiben nach Zusammenstößen mit E-Scootern auf den Kosten sitzen


Autobesitzer bleiben nach Zusammenstößen mit E-Scootern auf den Kosten sitzen

Immer mehr Autobesitzer in Zypern müssen für Schäden aufkommen, die durch E-Scooter oder andere zweirädrige Fahrzeuge verursacht werden – weil gesetzliche Lücken es der Polizei unmöglich machen, einzugreifen.
In sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos und Posts von Fahrern aus allen Teilen der Insel: geparkte Autos werden gestreift oder zerkratzt, und die Besitzer bleiben auf den Reparaturkosten sitzen. Auch wenn die Echtheit der Beiträge nicht in allen Fällen überprüft werden kann, zeigen sie ein wachsendes Problem für Autofahrer.
Ein viraler Clip zeigte etwa einen beschädigten BMW in Limassol – die Reparatur kostete laut Bericht rund 600 €, nachdem ein Scooter dagegengefahren war. In einem anderen Fall aus Nikosia belief sich der Schaden auf 450 €. Viele Betroffene äußern ihren Ärger darüber, dass die Polizei nicht eingreift.

Wie die Polizei gegenüber der Sunday Mail erklärte, seien ihre Befugnisse bei Unfällen mit sogenannten „Personal Mobility Devices“ (PMD) – also E-Scootern – sehr begrenzt:
„Nur bei schweren Verkehrsverstößen, Verletzungen oder erheblichem Sachschaden können wir Ermittlungen aufnehmen. In allen anderen Fällen dürfen wir nicht eingreifen“, so die Polizei.

Zwischen 2023 und 2024 wurden 3.996 Bußgelder wegen PMD-Verstößen verhängt – davon 1.592 für die Nutzung in verbotenen Bereichen und 363 für Fahrten außerhalb der vorgesehenen Spuren.
„Das Problem ist in allen Städten massiv und hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Nutzer solcher Fahrzeuge sind als besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer ständig Risiken ausgesetzt – vor allem auf Straßen mit mehr als 30 km/h Höchstgeschwindigkeit“, fügte die Polizei hinzu.

Das rechtliche Rahmenwerk für E-Scooter steckt derweil noch im Parlament fest – Geschädigte bleiben ungeschützt.
Der Abgeordnete Stavros Papadouris (Grüne) weist auf gravierende Lücken hin:
„Je nach Gebiet fällt die Zuständigkeit entweder unter die Polizei oder die Gemeinde. Wenn das nicht klar geregelt wird, droht das gesamte Gesetz zu scheitern.“

Papadouris betonte, dass fehlende Registrierung und Versicherung das Kernproblem seien:
„Diese Fahrzeuge sind nirgends erfasst und nicht versichert. Wir haben vorgeschlagen, ein Register mit Kennzeichen und Versicherungspflicht einzuführen, damit Halter ermittelt und Schäden ersetzt werden können.“

Er schilderte auch menschliche Folgen:
„Ein Motorradfahrer lag drei Monate im Krankenhaus, nachdem er mit einem E-Scooter kollidiert war. Er verlor seinen Job und erhielt keine Entschädigung, weil der Scooter nicht versichert war. Der Staat könnte hier einspringen – aber es gibt keine gesetzlichen Instrumente dafür.“

Der Abgeordnete Marinos Moushioutas (DISY) ergänzte, dass im Parlament strengere Maßnahmen erwogen werden:
„Da keine Versicherung besteht, kann bei einem Unfall niemand eingreifen. Weil weder Polizei, Gemeinden, Importeure noch Vermieter ausreichende Maßnahmen ergreifen, haben wir vorgeschlagen, E-Scooter notfalls zu verbieten – als Druckmittel, um endlich Ordnung zu schaffen.“

Auch Gemeinden kämpfen mit der Umsetzung. Kyriakos Xydias, Bürgermeister von Amathus, erklärte:
„E-Scooter dürfen unter einer bestimmten Geschwindigkeitsgrenze fahren, aber es gibt keine Versicherung. Wir haben legale Pläne ausgearbeitet, aber wir sind noch nicht bereit. Gesetzesänderungen führen zu Verzögerungen. Nur das Parlament kann das Problem lösen.“

Er fügte hinzu, dass Gemeinden bisher keine klaren Bereiche für die Nutzung von Scootern festlegen konnten:
„Wir wollten bestimmte Zonen einrichten, aber die Umsetzung ist noch nicht möglich.“

Haris Christodoulou, leitender Ingenieur im Verkehrsministerium, erklärte, man habe bereits Aufklärungskampagnen gestartet, erkenne aber Lücken in der Durchsetzung:
„Wir haben 2024 und 2025 zwei große Informationskampagnen durchgeführt. Das Problem liegt nicht beim Bewusstsein, sondern bei der Umsetzung. Änderungen am Gesetz dauern lange – das unmittelbare Problem ist die fehlende Kontrolle.“

Die Polizei forderte zusätzliche Instrumente zur besseren Durchsetzung:
„Wenn jemand einen Scooter in einem verbotenen Bereich nutzt, sollte das Fahrzeug beschlagnahmt werden können. Das Gesetz muss Regelungen zur Aufbewahrung solcher Fahrzeuge enthalten.“

Da Versicherungen derzeit gesetzlich nicht greifen, können Geschädigte keine Entschädigung verlangen. Papadouris forderte erneut eine Registrierungspflicht:
„Wir brauchen ein vollständiges Mikromobilitätsnetz mit lückenloser Erfassung aller Fahrzeuge. Nur so lassen sich Fahrer identifizieren und Schäden ersetzen.“

Moushioutas sprach sich zudem für Zwangsversicherung oder sogar ein Verbot aus, falls Nutzer weiter gegen Regeln verstoßen:
„Ohne Bereitschaft zur Einhaltung brauchen wir drastische Schritte. Scooter müssen versichert sein, damit bei einem Unfall Fahrer oder Fußgänger entschädigt werden.“
In sozialen Netzwerken zeigen Nutzer Reparaturkosten zwischen 300 und 750 € pro Fall, besonders häufig in stark frequentierten Gegenden wie Unicampus-Vierteln und Promenaden. Viele Autofahrer planen inzwischen ihre Routen oder Parkplätze so, dass sie Scootern ausweichen.

Papadouris warnte abschließend:
„Wenn der gesetzliche Rahmen zusammenbricht, stehen wir wieder ganz am Anfang – ohne jede Regulierung.“

Bis ein verbindliches Gesetz für Registrierung, Versicherung und klare Zuständigkeiten beschlossen ist, bleiben Geschädigte schutzlos – während Zyperns E-Scooter-Boom weiter anhält und finanzielle Risiken für Verkehrsteilnehmer schafft.

Das Parlament berät noch über den Gesetzentwurf. Bis dahin tragen die Autobesitzer weiterhin die Kosten, während Politiker, Polizei und Gemeinden über Zuständigkeit, Versicherung und Kontrolle streiten.
Der Fall zeigt ein grundlegendes Verantwortungsproblem im Bereich Mikromobilität. Mit fast 4.000 Bußgeldern in zwei Jahren und zahlreichen Verletzungen ist der Ruf nach einem klaren, durchsetzbaren Gesetz dringlicher denn je.

👉 Dies ist der zweite Artikel zu E-Scooter-Problemen. Der erste – über gefährliche Batterien in solchen Geräten – erschien am 13. Oktober auf CyprusMail.com








Redaktionelle Übersetzung: MFRadio - Redaktion
Autor:
Charalambos Stylianou
Quelle:
CyprusMail.com

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