Terrorist Taleb al-Abdulmohsen tötete 6 Menschen auf dem Weihnachtsmarkt, 300 wurden verletzt: Prozess gegen Magdeburger Attentäter hat begonnen
Terrorist Taleb al-Abdulmohsen tötete 6 Menschen auf dem Weihnachtsmarkt, 300 wurden verletzt: Prozess gegen Magdeburger Attentäter hat begonnen
Fast elf Monate nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten und über 300 Verletzten hat unter starken Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen den Attentäter begonnen. Die Anklage wirft dem 51-jährigen Taleb al-Abdulmohsen unter anderem vollendeten Mord in sechs Fällen und versuchten Mord an weiteren 338 Menschen vor.
Der Prozess gehört zu einem der größten der Nachkriegsgeschichte. Das Landgericht Magdeburg hat bis zum 12. März 2026 zunächst knapp 50 Verhandlungstage angesetzt.
Taleb al-Abdulmohsen wurde im Polizei-Hubschrauber zum Gerichtsgebäude gebracht.
Schwer bewaffnete Beamte sichern den Angeklagten.
Taleb al-Abdulmohsen im Gerichtssaal. Seine Verteidiger bemängelten, dass er aus Sicherheitsgründen in einem Glaskäfig sitzt.
Schwer bewaffnete Beamte sichern den Angeklagten.
Taleb al-Abdulmohsen im Gerichtssaal. Seine Verteidiger bemängelten, dass er aus Sicherheitsgründen in einem Glaskäfig sitzt.
Der Angeklagte aus Saudi-Arabien wurde mit einem Hubschrauber zum Prozess gebracht. Maskierte Justizbeamte führten den 51-Jährigen mit längerem grau meliertem Bart in den Saal, wo er in einer besonders gesicherten Glasbox sitzt.
Er arbeitete als Arzt in Sachsen-Anhalt und war kurz vor Weihnachten mit einem 340 PS starken Mietwagen über den Weihnachtsmarkt gerast. Er beschleunigte laut Anklage auf knapp 50 Kilometern pro Stunde.
Anklage verharmlost Motiv als „persönliche Frustration“
Im Prozess wurde zunächst die Anklage verlesen. „Zielgerichtet“ sei Taleb al-Abdulmohsen mit dem mehr als zwei Tonnen schweren Auto am 20. Dezember 2024 in die Menschenmenge gefahren, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Böttcher. Taleb al-Abdulmohsen verfolgte die Verlesung äußerlich regungslos.
Mehr zum Thema: Das Dokument des Staatsversagens: Brisante BKA-Liste zeigt, dass der Terrorist von Magdeburg 105 Mal aktenkundig wurde
Aus einer „vermeintlich persönlichen Frustration“ heraus sei es dem Beschuldigten darum gegangen, eine „möglichst große Menge von Personen“ zu erfassen und damit die „von ihm gewünschte Aufmerksamkeit zu erlangen“, erklärte Böttcher. Die Anklage umfasst laut Generalstaatsanwaltschaft Naumburg 206 Seiten. Nach zwei Stunden waren alle verlesen.
Vor der Verlesung der Anklage war die Sitzung bereits unterbrochen worden. Hintergrund der Pause waren zwei Anträge der Verteidigung. Darin bemängelte der Anwalt des Angeklagten vor allem, dass sein Mandant während des Prozesses aus Sicherheitsgründen in einer Glasbox sitzen muss. Dies sei unverhältnismäßig.
Richter: Glasbox soll den Angeklagten schützen
Der Prozess vor dem Landgericht erfolgt in einer extra gebauten Halle unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Der Angeklagte wurde mit einem Hubschrauber aus der Haftanstalt Burg zum Prozess gebracht. Maskierte Justizbeamte führten den 51-Jährigen in den Saal und bewachen ihn in der Box.
Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg begründet die Sicherheitsmaßnahmen unter anderem damit, dass der Angeklagte so auch vor möglichen Racheakten geschützt werden soll.
Die Lektüre der Chronologie macht wütend
Die Lektüre der Chronologie macht wütend
Es gibt jetzt also eine Chronologie von bisher 105 Vorgängen oder Sachverhalten, in die der arabische Attentäter vor seiner Tat verwickelt war, in sechs Bundesländern. Vorgänge. Sachverhalte. Alle Erkenntnisse aber, behauptet Faeser, lagen vor der Tat nicht vor. Sie ruhten also still in den Akten, ohne dass der deutsche Staat aktiv geworden wäre. Offenbar hat Deutschland die innere Sicherheit einem Autopiloten ohne Software anvertraut.
Um welche Vorgänge und Sachverhalte handelt es sich? Die Lektüre der Chronologie macht wütend. Der Mann aus Saudi-Arabien, der im Dezember 2024 möglichst viele Deutsche töten wollte, drohte der Ärztekammer bereits im April 2013 einen Terroranschlag an. Er war unzufrieden, dass seine Zulassung als Facharzt für Psychiatrie nicht vorankam. Im September 2015 drohte er dem Kanzleramt. Er sei bereit, zwei Richter zu erschießen, die ihn nicht korrekt behandelt hätten.
Bleiben Sie dran – wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall auf dem Laufenden.
Bleiben Sie dran – wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall auf dem Laufenden.
Autor: Redaktion
Quelle: REUTERS / Alternative Medien