Tragödie in der Schweiz: Viele Opfer des Barbrandes waren minderjährig
Tragödie in der Schweiz: Viele Opfer des Barbrandes waren minderjährig
Nach Abschluss der Identifizierung aller Todesopfer ist das volle Ausmaß der Katastrophe in Crans-Montana bekannt: Von den 40 Menschen, die beim verheerenden Brand in einer Bar ums Leben kamen, war rund die Hälfte noch nicht volljährig. Wie die Polizei im Kanton Wallis mitteilte, handelt es sich beim jüngsten Opfer um eine 14-jährige Schweizerin. Unter den Toten befinden sich auch Staatsangehörige aus Italien und Frankreich; deutsche Opfer wurden nicht festgestellt.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurde das Feuer durch eine funkenstarke Partyfontäne ausgelöst, die offenbar Deckenmaterial aus Schaumstoff entzündete. Die Flammen griffen in kürzester Zeit um sich und ließen den Anwesenden kaum eine Chance zur Flucht.
Parallel dazu prüfen die Behörden, ob alle Brandschutzauflagen eingehalten wurden. Gegen die beiden französischen Betreiber der Bar laufen Ermittlungen, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Im Fokus stehen dabei Fragen zur Zulässigkeit der Deckenverkleidung sowie zur Anzahl und Erreichbarkeit der Notausgänge.
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Kritischer Zustand vieler Verletzter
Für einen Teil der 119 meist schwer verletzten Überlebenden ist die Lage weiterhin ernst. Fachleute weisen darauf hin, dass bei schweren Verbrennungen lebensbedrohliche Komplikationen wie Organversagen oft erst nach 48 Stunden auftreten. Hinzu kommt ein erhöhtes Infektionsrisiko, da das Immunsystem stark geschwächt ist. Erst wenn diese Gefahren unter Kontrolle sind, beginnen zahlreiche operative Eingriffe, bei denen verbrannte Haut entfernt und – wenn möglich – durch körpereigene Haut ersetzt wird.
Da die Behandlungskapazitäten in der Schweiz begrenzt sind, wurden mehrere Patienten in spezialisierte Kliniken nach Deutschland verlegt, darunter Einrichtungen in Ludwigshafen, Stuttgart, Tübingen, Bochum und Köln-Merheim. Insgesamt bat die Schweiz um Behandlungsplätze für bis zu 50 Betroffene, überwiegend in Nachbarländern. Unter den Verletzten befinden sich mehr als 70 Schweizerinnen und Schweizer sowie Menschen aus Frankreich, Italien, Serbien und weiteren Ländern; auch hier wurden bislang keine deutschen Opfer gemeldet.
Nationales Gedenken angekündigt
Die Schweiz hat für den 9. Januar einen landesweiten Trauertag mit einer zentralen Gedenkfeier angesetzt. Die Gemeinde richtete zudem ein digitales Kondolenzbuch ein. Als einer der Ersten trug sich Bundespräsident Guy Parmelin ein und erklärte: „Allen trauernden Familien und allen Betroffenen sage ich mit Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid.“ Er kündigte an, persönlich an der Gedenkfeier in Crans-Montana teilzunehmen; ob weitere Staats- und Regierungschefs anreisen, ist noch offen.
Zu Beginn der Zeremonie sollen in der gesamten Schweiz die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute – ein Zeichen des gemeinsamen Gedenkens an die Opfer dieser Tragödie.
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Autor: MF-Redaktion
Quelle: dpa / internet