Corona-Aufarbeitung in den USA: Lockdown fürs Volk, VIP-Partys für die Eliten – Was Anthony Faucis Tagebücher wirklich offenbaren
Corona-Aufarbeitung in den USA: Lockdown fürs Volk, VIP-Partys für die Eliten – Was Anthony Faucis Tagebücher wirklich offenbaren
Washington. Jahrelang galt Anthony Fauci als das Gesicht der amerikanischen Corona-Politik. Kaum ein Wissenschaftler prägte die Pandemie weltweit so stark wie der langjährige Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). Während Millionen Menschen ihre Familien nicht besuchen durften, Geschäfte schließen mussten und strengen Kontaktbeschränkungen unterlagen, zeigen nun veröffentlichte Auszüge aus Faucis privaten Tagebüchern ein völlig anderes Bild seines persönlichen Alltags.
Parallel zu einer laufenden politischen und juristischen Aufarbeitung in den USA geraten die Aufzeichnungen zunehmend in den Mittelpunkt. Kritiker sehen darin den Beleg für eine enge Verflechtung zwischen Wissenschaft, Politik, Medien und wirtschaftlichen Interessen während der Corona-Pandemie. Befürworter halten dagegen, dass persönliche Termine und gesellschaftliche Kontakte allein keine Aussagen über politische Entscheidungen zulassen.
Senatsanhörung bringt alte Fragen zurück
Anthony Fauci musste sich Ende Juli 2026 einer mehrstündigen Anhörung im US-Senat stellen. Dort verweigerte er auf Anraten seiner Anwälte wiederholt die Aussage und berief sich auf den fünften Verfassungszusatz der USA. Im Mittelpunkt standen Fragen zum Ursprung der Pandemie, zur Finanzierung der Coronavirus-Forschung in Wuhan sowie zu seinen Aussagen vor dem US-Kongress.
Geladen wurde Fauci vom republikanischen Senator Rand Paul, der ihm seit Jahren vorwirft, den Kongress über die Finanzierung riskanter Coronavirus-Forschung getäuscht zu haben.
Millionenförderung für Wuhan steht erneut im Fokus
Ein zentraler Bestandteil der Untersuchungen betrifft die Finanzierung der EcoHealth Alliance durch Faucis Behörde. Über mehrere Jahre flossen Millionen US-Dollar an die Organisation, die wiederum rund 600.000 Dollar an das Wuhan Institute of Virology weiterleitete.
Besonders brisant erscheint dabei ein Projekt mit dem Namen DEFUSE. Dieses wurde 2018 von der US-Militärforschungsbehörde DARPA wegen erheblicher Sicherheitsbedenken abgelehnt. Kritiker werfen Fauci vor, dass seine Behörde dennoch weiterhin Forschungspartner finanzierte, die an ähnlichen Coronavirus-Projekten beteiligt waren. Fauci weist diesen Vorwurf zurück und erklärt, seine Behörde habe niemals sogenannte Gain-of-Function-Forschung finanziert. Genau diese Aussage ist heute Gegenstand der politischen Untersuchungen.
Die Tagebücher zeigen einen ganz anderen Alltag
Während große Teile der Bevölkerung im Frühjahr 2020 unter Lockdowns lebten, dokumentierte Fauci in seinen privaten Aufzeichnungen einen Alltag voller prominenter Begegnungen, Fernsehauftritte und gesellschaftlicher Veranstaltungen.
Bereits am 5. Mai 2020, als die USA rund 69.000 Corona-Todesfälle verzeichneten, notierte Fauci:
„OMG! This is really getting nutsy. Sally Quinn evidently wrote a book some time ago about a character that is me.“
Gemeint ist ein Roman der bekannten Journalistin Sally Quinn, deren Hauptfigur laut Medienberichten auf Fauci basiert. In seinem Tagebuch wirkt Fauci über diese Aufmerksamkeit sichtlich amüsiert.
Börsenkommentar sorgt für bemerkenswerten Tagebucheintrag
Am 5. Juni 2020 hielt Fauci ein weiteres außergewöhnliches Ereignis fest.
Nachdem er im US-Fernsehen auf CNBC positiv über Impfstoffe und sinkende Fallzahlen gesprochen hatte, stieg der Aktienmarkt um rund drei Prozent.
Daraufhin schrieb er:
„Ich sollte den Präsidenten anrufen und ihm sagen, dass er mir jetzt drei Billionen Dollar schuldet.“
Der Eintrag war offensichtlich ironisch formuliert, zeigt aber, wie eng Fauci selbst den Zusammenhang zwischen seinen öffentlichen Aussagen und den Finanzmärkten wahrnahm.
Im selben Eintrag beschreibt Fauci außerdem Spannungen mit Moderna hinsichtlich der Zusammenarbeit beim mRNA-Impfstoff sowie Gespräche über staatliche Fördergelder (BARDA). Diese Passagen zeigen, dass neben wissenschaftlichen Fragen auch wirtschaftliche und politische Interessen eine Rolle spielten.
Kontakte bis in die obersten Machtzentren
Mit zunehmender Popularität häufen sich in den Tagebüchern Einträge über prominente Bekanntschaften.
Fauci beschreibt unter anderem Gespräche mit:
- Barbra Streisand
- Joan Baez
- Hillary Clinton
- Jeff Bezos
- José Andrés
- David Rubenstein
- zahlreichen Fernsehmoderatoren
- hochrangigen Politikern
Die Aufzeichnungen vermitteln das Bild eines Wissenschaftlers, der längst selbst Teil der politischen und gesellschaftlichen Elite Washingtons geworden war.
Gala bei Jeff Bezos während der Corona-Nachwirkungen
Besonders ausführlich schildert Fauci den 11. November 2022.
Anlässlich der Enthüllung seines Porträts in der National Portrait Gallery wurde zunächst eine Gala im Privatanwesen von Amazon-Gründer Jeff Bezos veranstaltet.
Fauci beschreibt die Villa als riesiges Anwesen mit einer hochkarätigen Gästeliste.
Besonders hebt er Gespräche mit Hillary Clinton hervor, die ihn laut Tagebuch darauf vorbereitete, dass ihn nach einer republikanischen Mehrheit ähnliche Untersuchungen erwarten könnten wie sie selbst nach Bengasi.
Auch José Andrés lud Fauci laut Tagebuch zu einem exklusiven privaten Abendessen ein.
Später besuchte Fauci eine weitere Gala im Café Milano und berichtet, wie zahlreiche Gäste Selfies mit ihm machen wollten.
Ehrung im Haus des französischen Botschafters
Nur wenige Tage später wurde Fauci im Haus des französischen Botschafters in Washington mit der renommierten Pasteur-Medaille ausgezeichnet.
Er beschreibt den Abend als
„ein echtes Fest der Liebe.“
Außerdem schreibt er stolz über die zahlreichen Lobeshymnen auf seine Person sowie das elegante Abendessen.
Direkt anschließend fand laut Tagebuch ein exklusives Fotoshooting mit dem international bekannten deutschen Fotografen Wolfgang Tillmans statt.
Lockdown-Regeln galten offenbar nicht für alle gleichermaßen
Die veröffentlichten Tagebücher werfen deshalb erneut eine grundsätzliche politische Frage auf.
Während Millionen Bürger weltweit
- Familienfeiern absagen mussten,
- Beerdigungen nur eingeschränkt stattfinden konnten,
- Unternehmen schließen mussten,
- Kinder monatelang nicht regulär zur Schule gingen,
bewegten sich zahlreiche Spitzenpolitiker und führende Entscheidungsträger weiterhin auf exklusiven Veranstaltungen.
Dieser Eindruck wird auch durch andere bekannte Affären gestützt.
Deutschland
Gesundheitsminister Jens Spahn nahm im Oktober 2020 an einem Fundraising-Dinner teil. Später wurde bekannt, dass mehrere Parteispenden knapp unterhalb der damaligen Veröffentlichungsschwelle lagen.
Großbritannien
Die sogenannte Partygate-Affäre um Boris Johnson führte nach zahlreichen Lockdown-Partys in der Downing Street schließlich zu Polizeistrafen und trug erheblich zu seinem politischen Sturz bei.
Kritiker sehen Symbol für eine abgehobene Elite
Für Kritiker stehen die Tagebücher heute sinnbildlich für eine politische Elite, die der Bevölkerung harte Einschränkungen auferlegte, selbst jedoch weiterhin Zugang zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen hatte.
Befürworter Faucis halten dagegen, dass viele der beschriebenen Veranstaltungen nach den strengsten Lockdown-Phasen stattfanden und persönliche Kontakte oder Ehrungen allein keine Rückschlüsse auf die Rechtmäßigkeit seiner politischen Entscheidungen zulassen.
Corona-Aufarbeitung geht weiter
Die politische Aufarbeitung der Corona-Pandemie ist in den USA noch längst nicht abgeschlossen.
Neben den veröffentlichten Tagebüchern stehen weiterhin folgende Fragen im Mittelpunkt:
- Welche Forschung finanzierte das NIAID tatsächlich in Wuhan?
- Wurden riskante Coronavirus-Experimente indirekt mit US-Steuergeldern unterstützt?
- Hat Anthony Fauci den US-Kongress vollständig und wahrheitsgemäß informiert?
- Welche Rolle spielten Wissenschaft, Politik, Medien und Pharmaunternehmen bei der öffentlichen Kommunikation während der Pandemie?
Die Senatsanhörungen sowie weitere Ermittlungen dürften diese Fragen in den kommenden Monaten weiter in den Fokus rücken. Ob daraus strafrechtliche Konsequenzen entstehen oder die Vorwürfe letztlich entkräftet werden, bleibt Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern werden die Stimmen immer Lauter zur Aufarbeitung, zum wahrscheinlich Größten Betrug der Menschheit, das die >Verantwortlichen Akteure und Politiker< gerichtlich zur Rechenschaft herangezogen werden.
Es bleibt spannend!
Wie ist Ihre Meinung zum Thema, schreiben Sie uns unter redaktion@mfradio.de
Autor:
Tom Weyermann
Quellen. CNN / US Government / NIUS / Wikipedia