Greece faces social media ban for children under 15 – Europe tightens course against TikTok, Instagram & Co.
Greece faces social media ban for children under 15 – Europe tightens course against TikTok, Instagram & Co.
In Griechenland steht ein weitreichender Schritt kurz bevor: Die Regierung in Athen will nach aktuellen Berichten in den kommenden Tagen ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren ankündigen. Stand heute, 2. April 2026, ist dieses Verbot noch nicht offiziell beschlossen oder im Detail veröffentlicht, doch mehrere aktuelle Berichte sprechen davon, dass die Ankündigung unmittelbar bevorsteht.
Damit bewegt sich Griechenland in eine Richtung, die international immer mehr Anhänger findet. Hintergrund ist die wachsende Sorge über Bildschirmabhängigkeit, Cybermobbing, Desinformation, Erpressung Minderjähriger und die psychischen Folgen exzessiver Social-Media-Nutzung. In Griechenland hat sich die Lage nach Angaben aus dem Umfeld des Greek Safer Internet Centre deutlich zugespitzt: Die Zahl der Hilferufe wegen Cybermobbing und anderer digitaler Übergriffe hat sich zwischen 2024 und 2025 mehr als verdoppelt. Zudem sollen laut dortigen Daten rund 75 Prozent der griechischen Kinder, die soziale
Netzwerke nutzen, noch im Grundschulalter sein.
Politisch kommt das Thema nicht aus dem Nichts. Bereits Ende Dezember 2024 hatte die griechische Regierung eine nationale Strategie zum Schutz Minderjähriger vor Internetsucht und exzessiver Social-Media-Nutzung vorgestellt. Inzwischen wurden Handys an Schulen eingeschränkt, und die Regierung hat zusätzliche Instrumente für elterliche Kontrolle auf den Weg gebracht. Das geplante Verbot wäre also kein isolierter Schnellschuss, sondern die nächste Eskalationsstufe einer bereits laufenden Digitalpolitik zum Schutz von Minderjährigen.
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Auffällig ist dabei die breite Zustimmung in der Bevölkerung. Laut einer im Februar veröffentlichten Umfrage befürworteten rund 80 Prozent der Befragten ein solches Verbot. Das ist politisch relevant, denn Eingriffe in die digitale Nutzung von Jugendlichen sind normalerweise heikel. In Griechenland scheint der gesellschaftliche Druck inzwischen aber groß genug zu sein, dass die Regierung das Thema nicht mehr nur pädagogisch, sondern regulatorisch lösen will.
Noch offen ist allerdings, wie genau das griechische Verbot technisch und rechtlich umgesetzt werden soll. Reuters berichtet ausdrücklich, dass die Regierung bisher keine Details dazu genannt hat, wann und auf welche Weise die Maßnahme praktisch greifen soll. Genau dort liegt der Knackpunkt: Ein Gesetz anzukündigen ist leicht, es belastbar durchzusetzen deutlich schwerer. Gerade Jugendliche umgehen Altersgrenzen erfahrungsgemäß schnell über Zweitgeräte, fremde Accounts, VPNs oder falsche Altersangaben. Auch in Griechenland gibt es daher Stimmen, die sagen: Das Problem ist real, aber ein Totalverbot könnte in der Praxis löchrig sein.
Klar ist trotzdem: Griechenland steht mit diesem Kurs nicht allein da. Das Land reiht sich in eine internationale Welle von Staaten ein, die den Zugriff Minderjähriger auf soziale Netzwerke drastisch einschränken oder bereits eingeschränkt haben. Die Debatte ist also längst nicht mehr nur moralisch oder pädagogisch – sie ist regulatorisch geworden.
Wo gibt es bereits Verbote – und wo sind sie geplant?
Am weitesten gegangen ist bislang Australien. Dort trat am 10. Dezember 2025 ein landesweites Verbot für Kinder unter 16 Jahren in Kraft. Zehn große Plattformen, darunter TikTok, YouTube, Instagram und Facebook, wurden verpflichtet, Minderjährige auszuschließen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar. Australien gilt damit als erstes Land weltweit, das ein solches Verbot flächendeckend umgesetzt hat. Inzwischen prüfen die Behörden bereits, ob Plattformen das Gesetz ausreichend umsetzen.
Auch Indonesien hat inzwischen Nägel mit Köpfen gemacht. Dort werden seit Ende März 2026 neue Regeln umgesetzt, die Kindern unter 16 den Zugang zu Plattformen wie TikTok, YouTube, Facebook, Instagram, X und Roblox verwehren sollen. Die Maßnahme betrifft nach AP-Angaben rund 70 Millionen Kinder. Die Regierung begründet das mit Pornografie, Cybermobbing, Betrug und digitaler Abhängigkeit.
In Dänemark hat die Regierung bereits angekündigt, soziale Medien für Kinder unter 15 zu verbieten. Eltern sollen allerdings in bestimmten Fällen Ausnahmen für Kinder ab 13 ermöglichen können. Eine parlamentarische Mehrheit für den Kurs wurde bereits signalisiert.
In Österreich wurde Ende März 2026 ein Verbot für Kinder unter 14 angekündigt. Der konkrete Gesetzestext soll bis Ende Juni vorliegen. Auch hier argumentiert die Regierung mit Suchtmechanismen, sexualisierten Inhalten und dem Schutz Minderjähriger vor algorithmisch verstärkten Risiken.
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Frankreich arbeitet ebenfalls an schärferen Regeln. Die Nationalversammlung hat im Januar 2026 ein Gesetz gebilligt, das Kindern unter 15 den Zugang zu sozialen Medien verbieten soll. Ende März befasste sich dann auch der Senat damit. Präsident Emmanuel Macron will das Gesetz möglichst noch vor Beginn des nächsten Schuljahres wirksam machen. Stand jetzt ist es also in Frankreich noch im parlamentarischen Verfahren, aber politisch klar gewollt.
In Spanien hat Premierminister Pedro Sánchez Anfang Februar angekündigt, den Zugang zu sozialen Medien für unter 16-Jährige verbieten zu wollen. Zusätzlich sollen Plattformen zur Altersverifikation verpflichtet werden. Ob und in welcher Form das Vorhaben durch das Parlament kommt, war zuletzt allerdings noch offen.
Im Vereinigten Königreich gibt es bislang noch kein landesweites Verbot, aber die Regierung testet bereits Social-Media-Verbote, Sperrzeiten und Nutzungslimits in Hunderten Haushalten. Gleichzeitig wird offen darüber gesprochen, noch in diesem Jahr ein Modell nach australischem Vorbild zu prüfen. Das ist noch keine fertige Verbotsregel – aber politisch eindeutig die Vorstufe dazu.
Daneben gibt es weitere Länder mit restriktiven oder geplanten Regeln: Malaysia hat ein Verbot für unter 16-Jährige ab 2026 angekündigt, Polen bereitet laut Reuters ein Verbot für unter 15-Jährige vor, Slowenien arbeitet an einem ähnlichen Gesetz, Portugal hat eine Zustimmungspflicht der Eltern für 13- bis 16-Jährige beschlossen, und Norwegen arbeitet an einer Anhebung der Altersgrenze sowie an einem absoluten Mindestalter von 15 Jahren. China hat zwar kein klassisches Totalverbot für Social Media beschlossen, nutzt aber bereits einen staatlich regulierten „Minor Mode“ mit altersabhängigen Zeit- und
Nutzungsbeschränkungen auf Geräte- und App-Ebene.
Auf EU-Ebene wächst der Druck ebenfalls. Das Europäische Parlament hat im November 2025 eine nicht bindende Resolution verabschiedet, in der Mindestalter für soziale Medien gefordert werden. Die Abgeordneten sprachen sich unter anderem für ein EU-weites Verbot des Zugangs zu Online-Plattformen für unter 16-Jährige ohne elterliche Zustimmung und für ein vollständiges Verbot für unter 13-Jährige aus.
Rechtlich ist das noch kein Gesetz, politisch aber ein deutliches Signal.
Rechtlich ist das noch kein Gesetz, politisch aber ein deutliches Signal.
Was bedeutet das konkret für Griechenland?
Der griechische Vorstoß ist deshalb brisant, weil er nicht mehr wie früher nur über „Medienkompetenz“ oder „mehr Aufklärung“ spricht. Athen bewegt sich jetzt klar in Richtung staatlicher Zugangsbeschränkung. Der Staat sagt also sinngemäß: Bestimmte digitale Räume sind für Kinder nicht mehr einfach frei zugänglich. Das ist ein echter Paradigmenwechsel.
Ob das am Ende wirkt, ist eine andere Frage. Die Befürworter argumentieren, Kinder müssten vor Geschäftsmodellen geschützt werden, die auf maximaler Aufmerksamkeit, emotionaler Bindung und algorithmischer Verstärkung basieren. Die Kritiker halten dagegen, dass Verbote technisch umgangen werden können, Freiheitsrechte berühren und letztlich Erziehung nicht durch Apps oder Staat ersetzt werden kann. Genau an dieser Frontlinie wird sich auch in Griechenland die weitere Debatte entscheiden.
Fazit
Das angebliche „griechische Social-Media-Verbot“ ist nach aktuellem Stand kein Gerücht mehr, aber eben auch noch kein vollendetes Gesetz. Was bisher belastbar ist: Griechenland steht kurz vor der Ankündigung eines Verbots für Kinder unter 15, die politische Linie ist eindeutig, die gesellschaftliche Zustimmung hoch, und das Land folgt damit einem internationalen Trend, der von Australien über Indonesien bis nach Frankreich, Spanien, Dänemark und Österreich reicht.
Der eigentliche Kampf beginnt danach: bei der technischen Umsetzung, der Altersverifikation, der Kontrolle der Plattformen und der Frage, ob ein Staat Kinder wirksam schützen kann, ohne gleichzeitig ein neues Überwachungsproblem zu schaffen. Genau da trennt sich dann Symbolpolitik von echter Regulierung.
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Autor: MFRadio.de - Redaktion
Quelle. Reuters / Google / Euro News
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