The plane crash on the Großer Arber in 1939 – The forgotten disaster in the Bavarian Forest
The plane crash on the Großer Arber in 1939 – The forgotten disaster in the Bavarian Forest
Der Große Arber gilt als einer der schönsten Berge im Bayerischen Wald, doch am 4. Dezember 1939 wurde dieser Berg zum Schauplatz eines tragischen Ereignisses. An diesem frühen Wintertag stürzte eine Junkers Ju 52, ein damals typisches Transport- und Passagierflugzeug der deutschen Luftwaffe, an der steilen Arberseewand ab. Schlechtes Wetter, dichter Nebel und die schwierigen Bedingungen im Gebirge führten dazu, dass die Maschine die Orientierung verlor und in das felsige Terrain geriet. Für die Besatzung und Passagiere begann damit ein Unglück, das sich tief in die Geschichte der Region eingeprägt hat, auch wenn es heute nur noch wenigen bekannt ist.
Der Große Arber – der „König des Bayerischen Waldes“
Der Große Arber – der „König des Bayerischen Waldes“
Der Große Arber ist mit 1.456 Metern der höchste Berg im Bayerischen Wald und liegt an der Grenze zwischen Niederbayern und der Oberpfalz. Wegen seiner imposanten Höhe und seines markanten Erscheinungsbildes wird er oft als der „König des Bayerischen Waldes“ bezeichnet.
Landschaft & Natur
- Das Arbergebiet gehört zu den wertvollsten Naturräumen Deutschlands.
- Die Region ist streng geschützt (Naturschutzgebiet + FFH-Gebiet).
- Typisch sind Hochmoore, urige Bergwälder, seltene Pflanzenarten und klare Bergseen.
- Besonders bekannt: Großer Arbersee und Kleiner Arbersee.
Tourismus & Aktivitäten
Der Große Arber ist eines der wichtigsten Ausflugsziele der Region:
- Ganzjahresbetrieb mit Arber-Bergbahn
- Wandern: zahlreiche Routen, darunter Gipfelroute, Seerundweg, Goldsteig-Zubringer
- Wintersport: größtes Skigebiet im Bayerischen Wald
- Familienfreundlich: leichte Routen, Bergbahn, Panoramawege
- Hütten & Gastronomie: Arberschutzhaus, Berggasthof am Kleinen Arbersee
Besonderheiten
- Auf dem Gipfel stehen mehrere Radaranlagen der Bundeswehr & NATO – streng abgeschirmt.
- Durch seine Höhe bietet der Berg eine der besten Panoramaaussichten Süddeutschlands.
- Bei Föhnlage kann man bis zu den Alpen sehen.
Kultur & Geschichte
Der Große Arber war über Jahrhunderte Grenz-, Wirtschafts- und Sagenberg:
- Früher wichtige Verbindung zwischen Bayern und Böhmen
- Lange Zeit politisch umstritten
- In vielen lokalen Sagen wird der Arber als mystischer Wächter dargestellt
- Bekannt auch durch den legendären „Arbermandl“-Mythos, eine Berggeistfigur
Was war passiert am 4.Dezember 1939 am großen Arber
Die Junkers Ju 52 war im Jahr 1939 ein weit verbreitetes und robustes Flugzeug, doch selbst die Technik ihrer Zeit konnte den Herausforderungen der winterlichen Berglandschaft nicht standhalten. Als die Sichtverhältnisse immer schlechter wurden, sank die Maschine unabsichtlich zu tief und kollidierte schließlich mit der massiven Felswand. Der Aufprall war verheerend. Fünf Menschen verloren ihr Leben, weitere Insassen überlebten den Absturz, was angesichts der Bedingungen fast als Wunder gelten kann. Die Bergwacht und Einsatzkräfte kämpften sich unter widrigsten Umständen zum Unglücksort vor. Schnee, Eis und die fast senkrechten Wände machten die Rettungsarbeiten extrem gefährlich. Dennoch gelang es, die Überlebenden ins Tal zu bringen.
Der Ort des Absturzes, die sogenannte Arberseewand, erhebt sich oberhalb des Großen Arbersees und ist für ihre steilen, schwer zugänglichen Felsstrukturen bekannt. Auch heute noch ist das Gelände anspruchsvoll. Das macht verständlich, warum die Rettung 1939 so schwierig war und warum der Unfall bis heute als eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte des Berges gilt. Obwohl das Wrack später vollständig geborgen wurde, sprachen Einheimische noch Jahrzehnte lang über den Tag, an dem der Arber seine stille Winterruhe verlor.
>>WERBUNG<<
Zypern (EU) Haus kaufen mit Meerblick
Die Untersuchungen nach dem Absturz ergaben, dass keine technischen Probleme vorlagen. Vielmehr war das Zusammenspiel aus extrem schlechten Sichtverhältnissen und einem Navigationsfehler ausschlaggebend. In einer Zeit, in der moderne Instrumentenflugtechnik noch nicht existierte, waren Flüge über bergiges Gelände besonders riskant. Heute wird dieses Unglück oft übersehen, weil es mitten in die frühen Kriegsjahre fällt und viele Ereignisse dieser Zeit im historischen Gesamtbild untergingen. Dennoch bleibt der Absturz von 1939 ein bedeutendes Kapitel der Arbergeschichte.
Wer heute am Großen Arber wandert, ahnt meist nichts von dem Drama, das sich hier einst abspielte. Die Natur hat die Spuren längst überwachsen, und der Berg zeigt sich in seinem gewohnten majestätischen Bild. Doch die Geschichte des Flugzeugabsturzes erinnert daran, wie gefährlich und unberechenbar die Bergwelt sein kann – und wie sich hinter idyllischen Landschaften oft Erzählungen verbergen, die nicht in Vergessenheit geraten sollten.
Autor: MFRadio.de - Bayern
Quelle:
• Niederbayern-Wiki (Artikel „Flugzeugabsturz am Großen Arber“, bestätigte Eckdaten zum Ereignis)
• Bureau of Aircraft Accidents Archives (BAAA) – Dokumentation des Absturzes der Junkers Ju 52 am 4. Dezember 1939
• Regionalen Geschichts- und Heimatarchiven des Bayerischen Waldes
• Militärhistorischen Datensammlungen zur Flugzeugtypologie und Verlustdokumentation der Ju 52